Teamchef von Red Bull: Christian Horner. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Eric Gaillard/Pool Reuters/AP/dpa)

Christian Horner hofft auf eine baldige Lösung im Streit um eine Überschreitung der Kostengrenze im vergangenen Jahr.

Der langjährige Teamchef von Red Bull zeigte sich bei einer Pressekonferenz auf dem Circuit of the Americas sichtlich angefressen und enttäuscht über der Verhalten von Konkurrenten in der brisanten Angelegenheit, die zum Teil deutliche Strafen gefordert hatten. Horner betonte auch, dass Red Bull «null Nutzen» bei der Entwicklung des Formel-1-Wagens im betroffenen vergangenen Jahr und darüber hinaus gehabt habe. 

«Enorm enttäuschend»

Horner nahm bei der offiziellen Pressekonferenz zum viertletzten Saisonrennen links neben McLaren-Geschäftsführer Zak Brown Platz. Die Miene grimmig, kein Lächeln. Brown hatte zu Wochenbeginn einen Brandbrief an den Präsidenten des Internationalen Automobilverbandes und den Chef der Formel 1 verfasst und die Überschreitung des Budgetlimits als Betrug bezeichnet. Es sei «enorm enttäuschend» und «absolut schockierend», sagte Horner. 

Die Zahlen, die genannt würden, seien meilenweit entfernt von der Realität, erklärte der Red-Bull-Teamchef. 148,6 Millionen Dollar waren 2021 erlaubt. Medienberichten zufolge soll Red Bull um knapp zwei Millionen überzogen haben. Details gab es dazu von der Fia nach dem zweimal verschobenen Bericht noch nicht. Das befeuerte wiederum die Spekulationen. 

Die Regelhüter befinden sich nun in Gesprächen mit Red Bull und haben vorgeschlagen, dass das Team den Verstoß akzeptiert – im Regelwerk gibt es das sogenannte «accepted breach agreement». Red Bull könnte dann nicht weiter gegen die Entscheidung vorgehen, die Strafen sind eher moderat. 

Horner hofft, das an diesem Wochenende es noch zu einer Lösung kommt. «Wir sind in einem Prozess mit der Fia.» Welches Strafmaß dabei diskutiert wird, sagte er nicht, verwies unterdessen auch auf das komplizierte Regelwerk zur Ausgabengrenze von 52 Seiten. Sollte es keine Einigung geben, droht eine weitere fortdauernde Auseinandersetzung vor den entsprechenden Instanzen. «Es könnte weitere sechs, neun Monate dauern. Das ist nicht unsere Absicht, betonte Horner: «Es ist im Interesse von jedem, des Sports und der Formel 1, die Angelegenheit so schnell wie möglich zu klären.»